Über Beautycheck
Wie alles begann
Die Entstehung von Beautycheck geht auf den Frühling 2001 zurück. Vier junge Nachwuchsforscher (drei Psychologen und ein Biologe) nahmen an einem Forschungswettbewerb (Deutscher Studienpreis) der Körber-Stiftung teil. Ihr selbst gewähltes Thema: "Ursachen und Folgen von Attraktivität". In einem enorm Kräfte zehrenden Arbeitsrausch schufen sie in nur drei Monaten eine Serie von aufwändigen Untersuchungen, die so manchen Befund der Attraktivitätsforschung in einem neuen Licht erscheinen ließen. Für ihre Arbeit wurden sie mit dem 2. Preis und 4.000 EUR ausgezeichnet.
Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Ergebnisse der Studie viel zu schade waren, um in den Archiven einer Stiftung zu verstauben, und so veröffentlichte sie der Psychologe Martin Gründl im Internet, um sie einem möglichst großen Kreis von Interessierten zugänglich zu machen. Die (auch auf Englisch verfügbare) Beautycheck-Homepage wurde dadurch in kurzer Zeit zu einer der bekanntesten und populärsten Informationsseiten über Attraktivitätsforschung. Durch die Forschungen von Dr. Gründl kamen mit den Jahren neue Inhalte hinzu (z. B. Attraktivität der Figur). Seit Frühjahr 2009 erscheint die Seite in einem neuen Design mit zahlreichen zusätzlichen Inhalten.
Was wir machen
Aus dem Forscherteam von damals (Martin Gründl, Claus Marberger, Christoph Braun und Christoph Scherber) ist allein Gründl in der Attraktivitätsforschung verblieben. Er forscht mit einem Team aus wechselnden Mitarbeitern an der Universität Regensburg schwerpunktmäßig zu den Reizgrundlagen der Attraktivität von Gesicht und Figur. Darüber hinaus bestehen etliche Kooperationen zu Forschern anderer Disziplinen (z. B. Plastische Chirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie).
Seit 2009 bieten wir den Lesern von beautycheck.de den Service an, ein Foto ihres Körpers vermessen zu lassen und mit Hilfe unserer selbst entwickelten Schönheitsformel die Attraktivität ihrer Figur zu berechnen. Die auf diese Weise gewonnen Daten dienen der Weiterentwicklung und Verfeinerung unserer Schönheitsformel und fließen so wieder in unsere Forschung ein.
Unsere Ziele
Forschung
Unser Hauptanliegen ist die Erforschung von Merkmalen, die ein Gesicht oder Körper attraktiv machen. Obwohl es sich dabei um Grundlagenforschung handelt, behalten wir dennoch stets Möglichkeiten einer praktischen Anwendung im Auge (z. B. plastische Chirurgie, Prävention von Essstörungen).
Der an Universitäten weit verbreiteten "Elfenbeinturm-Forschung" stehen wir skeptisch gegenüber. Wir befassen uns nicht mit Fragen, die höchstens eine Handvoll Spezialisten interessiert; wir untersuchen auch keine Phänomene, die ohnehin nur unter Laborbedingungen beobachtbar sind und für den Alltag keine Rolle spielen. Stattdessen packen wir gezielt solche Themen an, für die ein großes öffentliches Interesse besteht. Und für unsere Praxisorientierung ist unsere Schönheitsformel - obwohl sie auf den ersten Blick sehr theoretisch wirkt - das beste Beispiel: Sie sagt voraus, wie schön Menschen eine Figur finden, und zwar ganzheitlich - nicht hinsichtlich irgendwelcher unwichtiger Einzelaspekte! Merkmale, die für das Attraktivitätsurteil nicht wichtig sind, gehen gar nicht erst in die Formel ein. Damit zeigen wir, dass es durchaus möglich ist, hohe wissenschaftliche Standards und Praxisorientierung unter einen Hut zu bekommen.
Wissenschaft den Menschen näher bringen
Wir sind mit Leib und Seele Wissenschaftler. Gleichzeitig sehen wir, dass vielen Menschen der Zugang zur Wissenschaft fehlt. In ihren Augen sind Wissenschaftler weltabgewandte Personen, die sich mit abgehobenen, abstrakten Theorien befassen, die man ohnehin nicht verstehen kann. Deshalb mache man besser einen Bogen um die Wissenschaft.
Welches Forschungsgebiet wäre da besser geeignet als das Thema Attraktivität, um wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen einem großen Publikum näher zu bringen? Denn schließlich gibt es wohl niemanden, dem Schönheit gleichgültig ist. Der Macht der Schönheit kann sich niemand entziehen, jeder ist davon betroffen - egal wie er selbst aussieht. Gleichzeitig ist sie alles andere als abstrakt und theoretisch, sondern ausgesprochen sinnlich.
Zwar mangelt es der Attraktivitätsforschung nicht an Berichterstattung durch die Medien, doch vieles was dort verbreitet wird, hat mit Wissenschaftsjournalismus nichts mehr zu tun, sondern grenzt eher an Volksverdummung. Attraktivitätsforschung wird oft nur als Aufhänger für Meldungen benutzt, die nicht mehr informativ (oder gar bildend) sind, sondern nur noch unterhaltsam. Zudem dienen sie ohnehin häufig nur als Hintergrund für Bilder von schönen Menschen (meist schönen Frauen), die Auflage oder Einschaltquoten steigern sollen.
Beautycheck hingegen möchte auch die dazugehörigen Hintergrundinformationen liefern - verständlich aufbereitet und kurzweilig präsentiert. Der Leser erhält hier alle Fakten aus erster Hand und wo wir uns nicht auf unsere eigenen Untersuchungen beziehen, geben wir stets die Quelle an.
Unabhängig, kritisch, ideologiefrei
Beautycheck ist in der universitären Forschung verwurzelt. In unserer Forschung sind wir frei. Es gibt keinerlei Abhängigkeiten von Geldgebern und im Gegensatz zu manch anderen Attraktivitätsforschern haben wir kein fest gefügtes ideologisches Weltbild. Ein paar Beispiele:
- Wir hängen nicht der immer mehr um sich greifenden These an, dass alles in Sachen Schönheit evolutionär erklärbar ist und immer mit Partnerwahl, Sexualität und „guten Genen" zu tun hat. Dennoch sehen wir selbstverständlich den enormen Einfluss angeborener Verhaltensmuster auf das Attraktivitätsempfinden.
- Wir sind nicht der Meinung, dass Schönheit ausschließlich kulturell vermittelt wird und das Geschmacksurteil erlernt ist. Wir sind auch nicht der Auffassung, dass Massenmedien der Bevölkerung einen bestimmten Geschmack aufzwingen können. Dennoch sehen wir selbstverständlich, dass das Attraktivitätsempfinden abhängig von Kultur und Epoche variiert und dass Medien und Werbung - in Grenzen - Einstellungen beeinflussen und vorhandene Trends verstärken.
- Wir sehen den heutigen Schönheits- und Körperkult kritisch und beobachten manche Trends (z. B. Schlankheitswahn, Schönheitsoperationen bei Jugendlichen) mit Besorgnis. Dennoch verspüren wir keinerlei pädagogischen Drang, die Einstellung der Bevölkerung gegen deren Willen zu verändern. Die Menschen sind, wie sie sind. Wir wollen herausfinden, warum sie so empfinden - wir wollen niemanden bekehren.